Wie im richtigen Leben auch, ist für den Betrieb von Cloud Umgebungen eine entsprechende Wetterkunde (Meteorologie) notwendig. Dabei ist eine sinnvolle Überwachung mit einem geeigneten Monitoring Tool sehr hilfreich.

In sogenannten Public Clouds (wie z.B Amazon EC2, Windows Azure, Rackspace, Salesforce usw. ) ist neben der klassischen Überwachung von Verfügbarkeit und Performance ein zusätzlicher Punkt wichtig. Da es sich bei Public Clouds um Mietservices handelt, ist eine aktive Überwachung der Kosten zu empfehlen. Ende Monat wird sonst die Rechnung präsentiert und kann dem Empfänger den Appetit verderben. Diese ungeniessbare Kröte muss dann durch die Finanzabteilung mit Würgen geschluckt werden.

Durch einfache Klicks und schieben von Schaltern können via WebGui der Cloudanbieter neue Systeme erstellt oder laufende System mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden. Dies hat meistens mehr oder weniger Einfluss auf die Höhe der Rechnung und kann mehrere tausend Euros, US$ oder Schweizer Fränkli sein.

Die meisten Monitoringsoftware Hersteller bieten zwar ausgeklügelte Connectoren zu den durch die Cloud Anbieter angebotenen APIs, beschränken sich aber auf Verfügbarkeits- und Performancedaten. Ein Zähler mit den aktuellen Kosten und einer Trendanalyse für diese Kosten ist nicht vorhanden.

Der Softwaregigant Microsoft hat zum Microsoft Management Summit (MMS) 2011 in die Wüsten- und Spielerstadt Las Vegas eingeladen.

Die mit 4000 Besucher ausgebuchte Konferenz wurde intensiv dazu benutzt der Welt die Zukunft der IT aufzuzeigen, wie sich diese Microsoft vorstellt. Nach Ansicht des grössten Softwareherstellers wird diese Zukunft aus einer ziemlichen homogenen Microsoft Welt bestehen. Vorgestellt wurden auch einige Teile der Management Suite, Microsoft System Center, welche als Release 2012 im nächsten Jahr zu erwarten sind. Neu werden neben Operations Manager (SCOM), Configuration Mangager (SCCM), Data Protection Manager (DPM), Service Manager (SCSM), Orchestrator (Firmenübernahme Opalis) und Virtual Machine Manager (VMM) auch System Center Advisor und das Projekt “Concero” (Cloud Management) die Bestandteile von System Center 2012 sein.

Klar scheint für Microsoft zu sein, dass das zukünftige Datacenter (nur) aus Hyper-V (Virtualisierung), Azure (Cloud Computing), Windows Server und weiteren Microsoft Produkten bestehen wird. Was für kleine und homogene Microsoft-Umgebungen von KMUs machbar scheint, ist in einem heterogenen Enterprise Computing Umfeld wohl nicht ganz realistisch. Gespannt kann man sein wie die neuen System Center Versionen z.B. mit VmWare, Amazon EC2, Oracle-DBs, SAP, Linux, Unix und Netzwerkkomponenten interagieren werden. Zu hoffen ist, dass die Scheinwelt von Las Vegas den Blick von Microsoft nicht zu stark getrübt hat.

Das Microsoft System Center Entwicklungsteam hat auch eifrig gebloggt.

Der amerikanische Softwarehersteller GroundWork Inc. hat eine neue Version der erfolgreichen Monitoringplattform GroundWork Monitor veröffentlicht.

Neben vielen Bugfixes sind in der Version 6.4  vor allem Neuerungen in den folgenden Bereichen implementiert worden:

  • Verbesserter Monitoring Agent (GDMA) für die Überwachung von Microsoft Windows Server Systemen inkl. Cluster Server
  • Rollenbasierende “Views” von NagVis Maps und Diagrammen
  • Zentralisierte Konfigurations und PlugIn Updates für Monitoring Agenten (Windows, Linux, Unix)
  • Verbesserte Authentifikations und Zugriffskontrolle  via Active Directory, LDAP und JOSSO

Alle Neuerungen können in der Produktbeschreibung und den Release Notes von GroundWork nachgelesen oder als Live Demonstration via Webcast angeschaut werden.

GroundWork Monitor ist eine offene Plattform und besteht aus verschiedenen OpenSource Projekten. Unter anderem sind dies Nagios, NagVis, Cacti, MySQL, RRDTool, JBoss, Eclipse BiRT.

Nagios Enterprises unterstützt bei jedem Kauf einer Nagios XI Lizenz die Erdbebenopfer in Japan mit einer Spende von 10% der Lizenzkosten.
Nagios sales to help japan earthquake and tsunami relief

Interessant ist, dass viele bekannte OpenSource IT-Monitoring Projekt sehr viel “Swissness” enthalten. Einige Projekte wurden komplett durch Schweizer “erfunden” oder durch ausländische Studenten welche in der Schweiz studierten entwickelt.

Hier die bekanntesten Projekte und ihr Bezug zur Schweiz.

RRDtoolMRTG SmokePing
Tobi Oetiker, Schweizer, ETH Zürich

NeDi
Remo Rickli, Schweizer, PSI Paul Scherrer Institut

ntop
Luca Deri, Italiener, Universität Bern

Zenoss
Erik Dahl CTO, USA, EPFL Lausanne

GroundWork
Roger Ruttimann Chief Engineer, Schweizer, Haute Ecole Neuchatel

NagiosQL Configurations Gui für Nagios
Martin Willisegger, Schweizer

NConf Configurations Gui für Nagios
Sunrise Communications AG, Zürich, Schweiz

Wie es scheint führen die “typischen” Schweizer Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit etc. zu einer Fülle von OpenSource Tools welche den täglichen Betrieb von IT Infrastrukturen qualitativ steigern helfen. ;-)

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