Es gibt nicht nur Voice of Switzerland, GNTM, Oscars, MTV Music Awards usw. Auch in der IT werden regelmässig “Awards” vergeben.

Bereits zum siebten Mal in Folge wurde im Rahmen der LinuxQuestions.org Members Choice Awards 2012 die OpenSource Monitoring Lösung Nagios zum Sieger gekürt.

Nagios hat mit mehr als 55 % der Stimmen seine schärften Konkurrenten wie Zabbix (14.7 %) , Zenoss (4.7 %) und OpenNMS (4.7 %) in die Schranken gewiesen. Auch der Nagios Fork “Icinga” ist mit 4.12 % keine wirkliche Gefahr für das Original.

Die Dominanz von Nagios auf dem Monitoring Markt wird noch deutlicher, wenn alle Monitoring Lösungen welche ihre Wurzeln in Nagios haben zusammenzählt werden. Zu diesen Nagios Kindern gehören: GroundWork Monitor, Icinga, op5, Opsview und Shinken.

Wie bei allen IT Produkten hängt der Erfolg immer damit zusammen, wie ein Produkt in eine bestehende IT Infrastruktur eingebunden werden kann. Zu diesem Zweck gibt es z.B. bei Nagios die Möglichkeit professionellen Support und Services von IT Dienstleistern einzukaufen. Nagios unterhält ein weltweites Partner Netzwerk aus Resellern und Service Partnern. Gerade für die erfolgreiche Einführung ist die Wahl des richtigen Partners wichtig und bei Nagios gibt es dazu qualifiziert Service Partner welche im Gegensatz zu reinen Resellern jahrelange Projekt-Erfahrung und entsprechende Referenzen mitbringen.

Wie alle Jahre kann unter Linuxquestions.org die Stimme für die Network Monitoring Application of the Year abgegeben werden. Das Voting dauert noch bis zum 9. Februar. Wie alle Jahre scheint auch dieses Jahr der Siegerpokal mit grossem Vorsprung an Nagios zu gehen.

Eine Umfrage bei 253 CIOs aus Grossunternehmen in Deutschland, Frankreich, Grossbritanien und den USA hat ergeben, dass viele der eingesetzten Monitoring-Lösungen die neuen virtuellen IT-Landschaften nur bedingt überwachen können. Das führt dazu, dass in fast 50% der Firmen ein Moratorium für den weiteren Einsatz von Virtualisierung ausgesprochen wird.

Die teuren Monitoring-Frameworks wie HP Open View/Operations Manager, IBM Tivoli, Microsoft System Center, BMC Patrol, CA Unicenter werden nur zu 20% für die Überwachung von virtuellen Umgebungen eingesetzt. Der Grund nach Aussage der CIOs ist die fehlende Funktionalität.

Die gesamte Umfrage finden Sie unter dem folgenden Link: Konsolen taugen nicht für die Virtualisierung

Betreffend der Gartner Studie möchte ich noch zwei, drei Sätze anbringen.

Die Positionierung der beiden OpenSource Produkte GroundWork und Zenoss sind nach unserer Meinung nicht ganz mit unseren Erfahrungen deckungsgleich.  In Zenoss ist keine Definitionen sogenannter Abhängigkeiten zwischen Hosts, Services und Netzwerktopologie möglich. Dies ist nach unserer Meinung ein grosses Plus von GroundWork gegenüber Zenoss. Gerade in einer grossen Umgebung können dadurch massiv Fehlalarme unterdrückt werden. Dieser Punkt wird auch seit Jahren durch Zenoss Benutzer in Supportforen etc. als grosser Mangel angemerkt. Obwohl Zenoss in den letzten Wochen einen neuen Majorrelease 3 veröffentlicht hat, fehlt diese Funktion nach wie vor.

Zusätzlich bietet GroundWork einen eigenentwickelten  Monitoring Agenten für Windows, Linux, Solaris und AIX an, welcher nach unserer Erfahrung gerade betreffend Skalierbarkeit und Funktionalität für grosse Enterprise Umgebungen einen Vorteil gegenüber Zenoss bietet.

Diese beiden Punkte wurden in der Studie nicht erwähnt, resp. nicht getestet/beachtet. Wir als Kenner der OpenSource Monitoring-Welt erachten dies aber als wichtige Punkte und sie sprechen nach unserer Meinung für GroundWork betreffend Enterprise-Readyness. Auf der Achse “ability to execute” würden wir GroundWork bedeutend höher als Zenoss einstufen.

Zusätzlich ist noch interessant, dass die Lizenzkosten von Zenoss gegenüber Groundwork für das gleiche Supportangebot 100% höher sind. (Kosten pro Device und Jahr bei GroundWork = 50$, Kosten pro Device und Jahr bei Zenoss = 100$)

In der Studie gibt es noch weitere Fragezeichen für uns:

z.B. Warum die grossen vier Anbieter (IBM, BMC, HP und CA) immer im LeaderQuadranten auftauchen ist fast gegeben. Dort stellt sich dann immer die Frage wie die Gewichtung gemacht wird.
Erstaunlich ist z.B. dass ein Anbieter wie BMC, trotz komplett fehlender Lösung betreffend NMS (Network Management System) so hoch eingestuft wird oder IBM, welche seit der Akquisition von Omnibus vor 5 Jahren an diesem Produkt keine Weiterentwicklung vorgenommen hat als Visionär eingestuft wird ist teilweise schon erstaunlich. 

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